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Hochwasser in Tittmoning, Schäden in Millionenhöhe und das Aufräumen geht weiter

Die Salzach überschwemmte im bayerischen Grenzgebiet das denkmalgeschützte „Kurfürstliches Grenzhaus zu Bayern“ von Domus Mea.

Hochwasser-Tittmoning

 

Tittmoning, 4. Juni 2013 – Mit dem Ende der Pfingstferien sind in Bayern die Freiwilligen Feuerwehren im Dauereinsatz. Der Dauerregen der letzten Tage verwandelte Bäche in Flüsse und Flüsse wurden zu reißenden Fluten. In Tittmoning trat die Salzach über die Ufer und überschwemmte Therapieräume im Erdgeschoss des ehemaligen Grenzhauses.

 

 

(StW) Wer seinen Urlaub bis zum letzten Tag ausgekostet hat, musste am Sonntagabend in einen sauren Apfel beißen: erfahrungsgemäß ist die A8 am letzten Tag der Pfingstferien hoch frequentiert. Und dann wurde die Autobahn direkt an der Autobahnausfahrt Grabenstätt (Anschlussstelle 109) wegen Überschwemmung gesperrt. Dieser totale Stopp, inklusive Stau-Umfahrung im Schritttempo, machte auch das letzte bisschen Urlaubserholung zu Nichte.

 

Mit dem Rückreiseverkehr kam das Hochwasser

 

Erste Warnungen zur Überschwemmungsgefahr gab es bereits Ende Mai für Freilassing und weitere Städte und Gemeinden entlang der Salzach. Dass es jetzt wirklich ernst wird, erfuhr Einrichtungsleiter Michael Leipold in den frühen Morgenstunden von der Stadt Tittmoning. Wenige Stunden hatten die Mitarbeiter des Tittmoninger Pflege- und Therapiezentrum Zeit, das sogenannte ‚Blaue Haus‘ auf die kommenden Wassermassen vorzubereiten.
Das „Kurfürstliche Grenzhaus zu Bayern“ liegt direkt am Grenzübergang auf Flussuferniveau an der Salzachbrücke und ist seit den 70er-Jahren vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst. Aufgrund der Überschwemmungsgefahr werden die Räume des historischen Hauses ausschließlich als therapeutische Werkstätten von Bewohner genutzt.
Wie zuletzt im Jahr 2002 liegen Sandsäcke vor den Fenstern, um die Scheiben vor dem Wasserdruck zu schützten. Technische Geräte und Dinge von Wert wurden in Sicherheit oder ins Obergeschoss getragen. Mit dem Töpferofen geht das aber nicht. Sechs Sunden später sorgte die Freiwillige Feuerwehr dafür, dass das Überflutungsgebiet in der unteren Stadt evakuiert wurde.

 

Weiterer Starkregen in der Nacht von Samstag auf Sonntag

 

Trotz intensivster Bemühungen der Feuerwehr den Damm mit Sandsäcken zu erhöhen, hieß es dann am Sonntagabend „Land unter“ an den Ufern der Salzach. Erst füllten sich Feldwege, Gärten und Felder mit braunem Wasser. Doch schon bald lief das braune Wasser durch die Fenster ins Erdgeschoss. „Den höchsten Wasserstand hatten wir am frühen Montagmorgen. Da war das Wasser oberhalb der Fensteröffnung“, erinnert sich Albert Zell, Leiter der Tagestruktur. Einen Keller hat das Grenzhaus nicht, darum musste er sich also keine Sorgen machen.

 

Pegel und Hochwasserschäden höher als vor 11 Jahren

 

Erst als das Haus mit Gummistiefel begehbar ist, werden die Schäden allmählich sichtbar. Der Schlamm ist mit dem Wasser in jede Ecke und in jede Fuge gedrungen. Das Mauerwerk ist vollgesogen mit Wasser. Die Kartons in den Schränken sind aufgequollen und kaum eine Türe, die nicht zwickt. Bevor in den Werkstätten wieder Tonwaren entstehen können, muss ein Fachmann entscheiden, wann, beziehungsweise ob der Brennofen überhaupt wieder eingesetzt werden kann. Das gleiche gilt für die Bandsäge.

 

Denkmäler erhalten die Tittmoninger Stadtgeschichte

 

Die einst weißen Wände tragen trotz intensivster Bemühungen immer noch einen gelbbraunen Schleier. Diese so entstandene Hochwassermarkierung wird noch eine zeitlang in vielen Häusern der Wasservorstadt zu sehen sein. Bis zum nächsten Anstrich ist sie Zeitzeuge und gehört zur Stadtgeschichte. Entweder bis zum nächsten Anstrich, oder bis zum nächsten Wirken der Natur.

 

 

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